Struktur und Funktion
Palisadengewebe dicht mit Chloroplasten für das Licht, Schwammgewebe locker mit Luftraum für die Gase, Spaltöffnungen unten als Verdunstungsschutz.
Mustermodul · Modul 7.6
Woraus eine Pflanze ihre Masse baut
Modul 7.6 verbindet die Organlehre der Blütenpflanze mit der Chemie der Fotosynthese. Der Ausgangsfall ist ein fensterloser Kellerraum, in dem Kräuter angezogen werden sollen – und eine misslungene Kressekiste, obwohl täglich gegossen und rund um die Uhr beleuchtet wurde.
Klasse 7 36 Stunden · 18 Doppelstunden · 12 Stationen · 6 Wochen 161 Bewertungspunkte
Fachliche Grundlage
Jedes Modul weist aus, an welche fachlichen Grundvorstellungen es anschließt und an welcher Station diese greifen.
Palisadengewebe dicht mit Chloroplasten für das Licht, Schwammgewebe locker mit Luftraum für die Gase, Spaltöffnungen unten als Verdunstungsschutz.
Fotosynthese ist ein Umbau von Teilchen, keine Aufnahme fertiger Nahrung. Die Teilchen werden neu zusammengesetzt, nicht vermehrt.
Die Massenbilanz macht die Erhaltung messbar: Was hineingeht, kommt in gleicher Masse wieder heraus.
Licht wird in chemisch gebundene Energie überführt und bei der Zellatmung wieder frei – im Thermosversuch als messbare Erwärmung.
Wurzel, Sprossachse, Blatt und Blüte arbeiten zusammen; ein einziger knapper Faktor begrenzt das ganze System.
Das Bild „Pflanze = Fabrik" erklärt den Stoffumbau gut – und wird ausdrücklich begrenzt: Die Fabrik steht nachts still, die Pflanze nicht.
Der Lernweg
Die Reihenfolge ist nicht beliebig. Zwei Ansätze brauchen Vorlauf: Der Keimversuch läuft fünf Tage und wird in Woche 1 angesetzt, die Hydrokultur braucht drei Wochen und muss spätestens in Woche 2 stehen. Wer sie vergisst, hat in Woche 5 keine Auswertung.
Vom Samen zur Pflanze Biologie · quantitativ
Fünf Ansätze über fünf Tage, in denen jeweils nur eine Bedingung verändert wird. Führt Protokollform, Kontrollansatz und Prozentrechnung für das ganze Modul ein.
Bauplan der Blütenpflanze Biologie · qualitativ
Wurzel, Sprossachse, Laubblatt und Blüte werden zerlegt und mit Aufgaben belegt. Bestäubung und Befruchtung werden getrennt.
Das Blatt von innen Biologie · qualitativ
Fünf Schichten bei zwei Vergrößerungsstufen, festgehalten als wissenschaftliche Zeichnung mit Vergrößerungsangabe.
Spaltöffnungen zählen Biologie · quantitativ
Abdruck der Blattoberfläche, Auszählen im Sichtfeld und Umrechnen auf einen Quadratmillimeter – mit Vergleich von Ober- und Unterseite.
Wasser im Aufzug Biologie · quantitativ
Steiggeschwindigkeit im Färbeversuch und Wasserverlust über 24 Stunden, beides auf eine gemeinsame Bezugsgröße umgerechnet.
Der Stärkenachweis Chemie · quantitativ
Nachweis im belichteten Blattteil gegen den abgedeckten Kontrollstreifen. Erwärmt wird ausschließlich im Wasserbad.
Der Gasnachweis Chemie · qualitativ
Die Gase im Licht und im Dunkeln unterscheiden – jeder Nachweis dreiteilig aus Nachweismittel, Beobachtung und Schluss.
Die Lichtkurve Biologie und Chemie · quantitativ
Die zentrale Messstation: sechs Abstände in zwei Reihen, je drei Messungen mit Mittelwert, daraus die Lichtempfehlung. Braucht zwei Doppelstunden.
Farbe und Licht Biologie · quantitativ
Messung mit Farbfiltern und die Deutung der Blattfarbe als Folge des nicht genutzten Lichts.
Die Massenbilanz Chemie · quantitativ
Wortgleichung aufstellen, Massenbilanz rechnen und damit die Vorstellung widerlegen, die Masse stamme aus der Erde.
Was die Pflanze braucht Biologie · quantitativ
Fünf Hydrokulturansätze über drei Wochen; Mangelsymptome werden den fehlenden Nährsalzen zugeordnet.
Atmen Pflanzen auch? Biologie · Modellkritik
Zellatmung mit zwei Nachweisen belegen und die Grenzen des Fabrikmodells benennen.
Einblicke ins Material
Die folgenden Abbildungen stammen unverändert aus dem Unterrichtsmaterial des Moduls. Sie zeigen, auf welchem Niveau gearbeitet wird und wie die Fachinhalte aufbereitet sind.
Fünf Keimansätze im Vergleich: In jedem wird genau eine Bedingung verändert, einer dient als Vergleichsansatz. Aus den Auszählungen entsteht die Keimrate in Prozent.
Der Blattquerschnitt mit seinen fünf Schichten. Die Lernenden fertigen dazu eine wissenschaftliche Zeichnung mit Vergrößerungsangabe an und ordnen jeder Schicht einen Funktionssatz zu.
Blattober- und Blattunterseite im direkten Vergleich. Aus der Zahl im Sichtfeld und der bekannten Sichtfeldfläche wird die Dichte je Quadratmillimeter berechnet.
Der Stärkenachweis in drei Schritten – mit dem abgedeckten Streifen als Kontrollteil. Erwärmt wird ausschließlich im Wasserbad.
Die zentrale Messstation: Zwei Messreihen über sechs Abstände zeigen, an welcher Stelle das Licht und an welcher ein anderer Faktor die Rate begrenzt. Daraus folgt die Lichtempfehlung.
Fünf Nährlösungsansätze nach drei Wochen. Die Wuchshöhen und die Blattsymptome zeigen, welches Nährsalz fehlt – und dass der knappste Faktor das Wachstum begrenzt.
Die Massenbilanz der Fotosynthese als Waage. Ausgangsstoffe und Produkte wiegen zusammen gleich viel – daran wird die Erhaltung der Masse nachvollziehbar.
Der Bauplan des Prototyps mit Maßen, Lampenaufhängung, Belüftungsöffnung und Beschriftungsschema. Der Lampenabstand ist keine Vorgabe, sondern Ergebnis der eigenen Messreihe.
Sprachbildung
Modul 7.6 hat sechs Sprachregeln, die in allen Dokumenten gelten und in der getrennt ausgewiesenen Sprachnote bewertet werden. Zwei davon tragen das Modul: die dreiteilige Nachweisformulierung und die Regel, dass jede Mengenangabe Einheit und Bezug braucht.
Stoffe und Organe werden mit ihrem Namen genannt, nicht umschrieben.
nicht „das grüne Zeug im Blatt", sondern „das Chlorophyll in den Chloroplasten des Palisadengewebes"
Beobachtung und Deutung stehen in zwei getrennten Sätzen – nie beides in einem.
In einem Beobachtungssatz darf kein „weil" vorkommen und kein Stoff, den man nur vermutet.
Jeder Nachweis ist dreiteilig: Nachweismittel, Beobachtung, Schluss – immer in dieser Reihenfolge.
Der Schlusssatz nennt den Stoff, nicht die Farbe.
Die Durchführung steht im Passiv, die Auswertung im Aktiv.
„Das Blatt wird erhitzt." gegenüber „Ich vergleiche die Färbung."
Jede Mengenangabe trägt eine Einheit und einen Bezug. Eine Zahl allein ist keine Antwort.
nicht „viele Spaltöffnungen", sondern die Dichte je Quadratmillimeter mit Angabe der Blattseite
Ursache und Folge werden mit einem festen Konnektor verbunden.
weil · deshalb · daraus folgt · sobald · solange · je … desto
Die Satzbausteine des Moduls liefern für jede dieser Kategorien fertige Gerüste.
Der Fachwortschatz umfasst 32 Karten, ab dieser Klassenstufe zweisprachig Deutsch und Englisch. Für eine deutsche Auslandsschule ist die englische Spalte eine Brücke: Der englische Fachbegriff ist oft bekannt, die deutsche Form mit dem richtigen Artikel muss dazugelernt werden. Fünf Wortpaare werden ausdrücklich gegenübergestellt, darunter Bestäubung und Befruchtung sowie Nährsalz und Nahrung.
Projektauftrag
Auftraggeber sind Schulleitung und Mensateam. Im fensterlosen Kellerraum sollen Salat, Kresse und Basilikum angezogen werden; ein Anbieter hat einen fertigen Anzuchtschrank angeboten.
Teil A
Ein Prototyp mit reflektierender Auskleidung, Belüftungsöffnung, höhenverstellbarer Lampenaufhängung und Beschriftungsschema. Mindestens eine Pflanzenart wird darin über drei Wochen angezogen.
Teil B
Sechs Pflichtteile: Lichtempfehlung, Keimempfehlung, Blattgutachten, Nährlösungsempfehlung, Massenbilanz und Tag-Nacht-Bilanz. Der Prototyp ist Gruppenarbeit – das Gutachten schreibt jede Person selbst.
Teil C
Sechs Minuten mit Poster und Prototyp, dazu zwei Minuten Nachfragen. Jedes Teammitglied spricht.
Die Anforderungen sind in MUSS, SOLL und KANN gegliedert und quantitativ formuliert. Der Lampenabstand und die Beleuchtungsdauer sind keine Vorgaben, sondern Ergebnisse – sie müssen aus den eigenen Messreihen hergeleitet werden.
Eine Anzuchtbox erzeugt keine Pflanzenmasse. Sie stellt nur die Bedingungen bereit, unter denen die Pflanze ihre Masse selbst baut.
Die Optimierungsschleife läuft in Woche 5: erster Durchlauf mit Messwert, benannte Schwachstelle, genau eine Änderung mit vorhergesagter Wirkung, zweiter Durchlauf mit derselben Messgröße und demselben Zeitraum, Vergleich beider Werte.
Eine Änderung ohne zweiten Durchlauf bringt null Punkte. Ebenso wichtig: Eine Verschlechterung ist ein vollwertiges Ergebnis, wenn sie gemessen und erklärt wird.
Aus der Unterrichtspraxis
Das Lehrerhandbuch benennt zu jeder Station den Stolperstein, der erfahrungsgemäß am häufigsten auftritt, und die Gegenstrategie.
Die Pflanze holt ihr Essen aus der Erde.
Die stärkste Vorstellung der Klassenstufe. Sie wird nicht behauptet widerlegt, sondern gerechnet – und historisch belegt.
Nährsalze sind Pflanzennahrung.
Nährsalze liefern keine Energie und kaum Masse. Sie sind Bausteine: Ohne Stickstoff wächst die Pflanze deutlich schlechter, aber sie wächst.
Pflanzen atmen nur nachts.
Der Thermosversuch zeigt es lichtunabhängig. Pflanzen atmen immer – tagsüber überwiegt nur die Fotosynthese.
Grünes Licht ist schlecht für Pflanzen.
Richtig ist: Grünes Licht wird kaum aufgenommen, sondern zurückgeworfen – deshalb sehen wir das Blatt grün.
Mehr Licht ist immer besser.
Die eigene Lichtkurve widerlegt es. Ab einem bestimmten Abstand bringt mehr Licht kaum noch Ertrag, weil ein anderer Faktor knapp wird.
Bestäubung ist dasselbe wie Befruchtung.
Zwei zeitlich getrennte Schritte – die häufigste Fehlerquelle im Test.
Differenzierung
Die Sprachstützenfassung ist kein leichterer Inhalt, sondern dieselbe Anforderung mit mehr sprachlichem Gerüst. Die sechs Sprachregeln gelten in beiden Fassungen gleichermaßen.
Vier Stufen zu allen zwölf Stationen, dazu fünf Projektkarten für die typischen Projektprobleme. Die genutzte Karte wird im Logbuch angekreuzt – das kostet keine Punkte. Bewertet wird der Weg vom Hilfebedarf zur Selbstständigkeit.
Material
Die Materialliste ist dreispaltig: Verbrauchsmaterial, Geräte, die in der Box bleiben, und Vorbereitung mit Vorlaufzeiten. In diesem Modul ist die dritte Spalte die wichtigste. Alle Mengen stehen doppelt – für die Klasse mit sechs Teams und für einen einzelnen Gruppentisch.
Der Basis-Materialkoffer des Moduls: Nachweismittel, Glasgerät, Petrischalen, Messmittel und Beobachtungsgeräte in fester Fachaufteilung.
Die projektspezifische Materialbox: alles für Anzucht und Prototyp – Saatgut, Anzuchtschalen, Reflektormaterial, Farbfolien und Kleinteile.
Lehrerhandbuch, Versuchsanleitungen und Stationenanleitungen, dazu die Wortschatzkarten mit Fachbegriff, Erklärung und Abbildung.
Das Schülermaterial: Logbuch als Forschungstagebuch für zwölf Stationen, Fachtexte in zwei Sprachfassungen und der Modulabschlusstest.
Mikroskope, Objektträger, Präparierbesteck und Zeichenmaterial für die wissenschaftliche Zeichnung.
Keim- und Hydrokulturgefäße, Nährlösungen, Thermometer und Kennzeichnungsmaterial.
LED-Lampen, Maßband für den Lampenabstand, Farbfilter und Zeitschaltuhr.
Nachweismittel für Stärke und Gase sowie Färbelösung für den Wassertransport.
Waage, Messzylinder, Lineal, Stoppuhr, Millimeterpapier und Taschenrechner.
Karton, Reflektormaterial, Anzuchterde, Töpfe und Kleinmaterial. Alufolie ist das meistgebrauchte Material des Moduls.
Zu jeder Zeile der Gerätespalte nennt die Liste eine geräteunabhängige Alternative – vom Handy am Okular statt der Mikroskopkamera bis zum Kühlschrank statt des Klimaschranks. Auch fehlende Vorlaufzeit ist abgefangen: Dann wird mit Ergebnisbildern und fertiger Wertetabelle gearbeitet, ausdrücklich als Fremdmessung gekennzeichnet.
Sechs Vorläufe bestimmen den Takt des Moduls: drei Wochen für die Hydrokultur, fünf Tage für den Keimversuch, 48 Stunden zum Entstärken der Versuchspflanze, 24 Stunden für Transpiration und Thermosgefäße, 90 Minuten für den Färbeversuch und zwei Tage Vorlauf für die Wasserpest.
Sechs Regeln zum Unterschreiben in Woche 1. Das Modul kommt mit einem einzigen kennzeichnungspflichtigen Stoff aus; ein Brenner wird nirgends gebraucht, erwärmt wird ausschließlich im Wasserbad. Zu jedem Stoff sind Lagerung, Handhabung und Entsorgung ausgewiesen.
Bewertung
Die Bewertung ist über die gesamte Reihe gleich aufgebaut. Das macht Leistungen zwischen Modulen vergleichbar und für Lernende vorhersehbar.
| Bestandteil | Punkte | Erhebung |
|---|---|---|
| Teil A · Prototyp Anzuchtbox | 25 | Bau, Funktion, Sorgfalt und Dokumentation |
| Teil B · Anzucht-Gutachten | 60 | sechs Pflichtteile zu je 10 Punkten |
| Protokolle und Logbuch | 15 | laufend über alle zwölf Stationen |
| Optimierungsschleife | 10 | beide Durchläufe dokumentiert |
| Präsentation | 21 | mit Poster und Prototyp |
| Modulabschlusstest | 30 | 8 Aufgaben in 45 Minuten |
| Gesamt | 161 | Projektanteil 110 Punkte · Einzelleistung 51 Punkte |
Aus dem Material
„Eine Pflanze baut ihre Masse aus Stoffen der Luft und des Wassers, und ihr Wachstum wird immer vom knappsten Faktor begrenzt."
Leitidee des Moduls, Lehrerhandbuch Kapitel 2
„Fotosynthese ist eine Stoffumwandlung, keine Nahrungsaufnahme. Die Pflanze baut Traubenzucker, sie nimmt ihn nicht auf."
Lehrerhandbuch, „Was dieses Modul besonders macht"
„Wer sagt „die Pflanze wächst besser", hat nichts gemessen."
Modulplan, Kapitel 1
„Zuerst messen, dann simulieren. Die Simulation wird erst geöffnet, wenn die eigene Wertetabelle vollständig ist."
Lehrerhandbuch, Regeln für den Umgang mit Simulationsteilen
„Ein Keimversuch, eine Hydrokultur und eine Entstärkung lassen sich nicht am Morgen der Doppelstunde nachholen."
Materialbox, „So arbeiten Sie mit dieser Liste"
Merken Sie sich unverbindlich vor. Wenn Sie das Modul im Unterricht erproben möchten, ist die Bewerbung als Pilotschule der passende Weg – Pilotschulen erhalten das vollständige Material.
Die Vormerkung ist unverbindlich. Es erfolgt keine Bestellung und keine Zahlung. Wir informieren Sie über Pilotphase, Preis und möglichen Verkaufsstart.